Shanghai – Mega‑Metropole zwischen Tradition und Skyline
Unsere neunte und letzte Station: Shanghai
Tag 16 – Sonntag
Yu-Garten, Jadebuddha & Akrobatik Show
Die Nacht war kurz, und Gong ließ uns gnädigerweise bis 9:45 Uhr schlafen. Frühstück gab es bis 10 Uhr – perfekt, um langsam in den Tag zu starten. Das Hotel war fantastisch. Kaum gefrühstückt, hieß es wieder: ab in den Bus, hinein ins Großstadtgetümmel.

Erster Stopp: die Altstadt von Shanghai mit dem berühmten Yu-Garten.

Zwischen Teehäusern, Brücken und verwinkelten Pavillons nutzten wir die 1,5 Stunden Freizeit zum Einkaufen und – natürlich – Tee trinken, bevor es weiterging.

Danach besuchten wir den Jadebuddha-Tempel, ein beeindruckender Ort der Ruhe mitten zwischen Hochhäusern. Der Kontrast zwischen Spiritualität und Skyline war faszinierend.

Im Tempel steht ein 1,90 Meter großer Buddha aus echter Jade – beeindruckend in seiner Schlichtheit, die man nicht fotografieren darf, woran sich mal wieder viele Touristen nicht hielten.

Anschließend ging es ins Französische Viertel, wo 1921 die Kommunistische Partei Chinas gegründet wurde. Heute erinnert kaum noch etwas an diese Zeit – das Viertel zählt mittlerweile zu den charmantesten Ecken der Stadt. Breite, von Platanen gesäumte Straßen, kleine Boutiquen, Cafés und Art-Deco-Gebäude prägen das Bild. Hier mischt sich kolonialer Flair mit moderner Urbanität – fast ein bisschen wie Paris in Miniaturform, nur mit chinesischem Rhythmus.
Wir hatten wieder eine Stunde Freizeit – und Mariana gönnte sich endlich ein Stück Kuchen. 🍰

Nach dem Abendessen folgte ein echtes Highlight: die Akrobatikshow „ERA – Intersection of Time“, eine moderne Inszenierung chinesischer Akrobatik mit Licht, Musik und Technologie.
Die Show gibt es bereits seit 2005, entwickelt vom Ensemble der Shanghai Circus World, und sie gilt bis heute als eine der spektakulärsten Darbietungen der Stadt.

Fränn hatte Ähnliches 2017 in Berlin gesehen, doch diese Show übertraf alles – spektakulär, dynamisch, mitreißend. Gegen 21:15 Uhr waren wir wieder im Hotel – müde, beeindruckt und mit leichtem Muskelkater vom Staunen.

Tag 17 – Montag
Shanghai Tower, Skyline und Shopping
Unser vorletzter Tag in Shanghai begann pünktlich um 8:30 Uhr – der Bus stand bereit, und es ging los, wir hatten noch viel vor. Heute ging es hoch hinaus: auf den Shanghai Tower in Pudong. Mit seinen 632 Metern ist er das zweithöchste Gebäude der Welt, und seine Aussichtsplattform liegt sogar höher als die des Burj Khalifa.

Der Blick von oben auf den Huangpu-Fluss, die Waibaidu-Brücke und die umliegenden Wolkenkratzer war schlicht atemberaubend.

Die gedrehte, doppelte Fassade reduziert den Winddruck und sammelt Regenwasser zur Klimatisierung – ein beeindruckendes Beispiel moderner, nachhaltiger Architektur.
Und falls sich jemand fragt: Nein, Fränn durfte die kleine LEGO-Mini-Skyline nicht kaufen – ein tragischer Moment.

Es folgte ein Abstecher in eine Seidenspinnerei. Nach einer kurzen Einführung in die Seidenproduktion standen wir – wie so oft – im Verkaufsraum. Decken, Kissen, Kleidung – alles aus feinster Seide. Fränn gefielen die Kissen, aber der Gedanke an die fehlenden Informationen über die Tierhaltung ließ uns am Ende verzichten.

Danach bewunderten wir die Skyline von unten – mit dem markanten Fernsehturm, dem „Flaschenöffner-Tower“ und dem Shanghai Tower aus einer ganz neuen Perspektive.


Weiter ging’s zur Nanjing Road, der bekanntesten Einkaufsstraße Shanghais. Hochhäuser, Leuchtreklamen, Markenstores – beeindruckend, aber irgendwie austauschbar. „Dafür muss man nicht nach China fliegen“, meinte Fränn trocken.
Ein kurzes Mittagessen in einer Mall mit den anderen Tourist:innen, dann schnell wieder raus – Shopping-Fränn im Einsatz, leider ohne Erfolg.


Unser Guide Gong hielt Wort und brachte uns am Nachmittag noch nach Tianzifang – ein kleines Labyrinth aus engen Gassen, kleinen Läden, Ateliers und Cafés im Französischen Viertel. Sofort fühlten wir uns wohl. Zwischen Lederwaren, Kunst und Design wurde Fränn endlich fündig: ein neuer Pulli und ein paar kleine Mitbringsel für Familie und Freunde. Hier gefiel es uns richtig gut – ein perfekter Ort, um das bunte, kreative Shanghai zu erleben.

Am Abend verzichteten wir auf die optionale Stadtrundfahrt und wollten Shanghai lieber auf eigene Faust erkunden. Also fuhren wir mit dem Taxi ins EKA Tianwu-Viertel, das Mariana ausgesucht hatte – moderne Architektur, klare Formen, entspannte Atmosphäre.

Wir schlenderten durch die fast leeren Gassen – ruhig, modern, ein bisschen futuristisch.
Fränn wurde endlich fündig: ein schlichtes Design-Nackenkissen, ganz ohne Panda-Ohren oder sonstigen Schnickschnack, der Rückflug war gerettet.
Kurz darauf entdeckten wir einen Tierladen mit einer echten Frischetheke für Hunde – inklusive Delivery-Fahrern, die Futter abholten oder auslieferten. Die Kund:innen kamen mit ihren Haustieren vorbei, kauften Snacks, Näpfe und Spielzeug. Schade, dass wir Benji nicht dabei hatten – ein kleines Paradies!
Viele Geschäfte im Viertel waren gerade im Umbau wegen der Golden Week, die Auswahl also überschaubar, aber die Atmosphäre blieb spannend – urban, stylisch, fast europäisch.

Wir entschieden uns, den Abend hier gemütlich ausklingen zu lassen – in einem schicken Restaurant mit Cocktails und Pizza. Nach fast drei Wochen chinesischer Küche (mit der einen Ausnahme bei McDonald’s) war das ein Fest: knuspriger Teig, geschmolzener Käse, ein kalter Drink. Vielleicht lag es am Moment, vielleicht am Kontrast – aber es schmeckte einfach himmlisch.

Nach dem Essen fuhren wir noch einmal zur Aussichtsplattform am Fluss, wo wir Vormittag schon waren – wir wollten unbedingt die Skyline bei Nacht sehen.
Und sie war schlicht magisch: ein Meer aus Licht und Bewegung. Die Türme leuchteten synchron, ganze Häuserfassaden pulsierten im Takt. Ein Anblick wie beim Festival of Lights – nur dass hier jeden Abend Festival ist.

Aber Achtung: Die Lichter bleiben nicht die ganze Nacht an, Punkt 22 Uhr wird abgeschaltet. Wir kamen gegen 20:15 Uhr, blieben bis kurz vor Schluss – und waren uns einig: Das war bis jetzt die schönste Skylines, die wir je gesehen haben.

Tag 18 – Dienstag
Letzter Tag & Abschied
Der letzte Tag in China begann ruhig. Ein Teil der Gruppe flog schon früh nach Frankfurt, während wir erst am Abend über Peking nach München reisen sollten. Zum Glück durften wir einen Late Check-out bis 17 Uhr machen – Luxus pur!
Wir schliefen aus, frühstückten in Ruhe und bummelten noch einmal durch das Französische Viertel, kauften letzte Souvenirs (inklusive einer Winkekatze 🐱) und erlebten ein letztes Mal das typische Kreditkarten-Abenteuer.
Shopping-Fränn war im Einsatz – sie wollte noch einmal alles geben, denn wenn wir in den letzten zweieinhalb Wochen eines zu wenig hatten, dann Zeit zum Shoppen. Bei der ersten Zahlung mit der Kreditkarte wieder das vertraute Spiel: verwunderte Blicke, Ratlosigkeit – und dann funktionierte es doch irgendwie per Alipay.Durch Zufall entdeckten wir den Gentle Monster Flagship Store – eine Mischung aus Galerie, Installation und Concept Store.

Jeder Raum war wie eine eigene kleine Bühne, auf der Design, Kunst und Kommerz miteinander verschmolzen. Das Konzept: weniger Laden, mehr Erlebnis.
Das Croissant rückte hier in den Fokus – und der Kaffee trinken in den Hintergrund. Es ging nicht ums Essen, sondern um Atmosphäre, Staunen und das Spiel zwischen Realität und Fantasie.

Am Nachmittag hieß es: zurück zum Hotel, duschen, packen, und dann – Abschied.
Nach fast drei Wochen quer durch China freuten wir uns riesig auf Berlin – auf Zuhause, auf Spontaneität, auf ein bisschen Normalität.

Fazit: Shanghai & eine geführte Reise durch China
Shanghai war der krönende Abschluss unserer Reise – eine Stadt der Extreme, in der Tradition und Moderne nahtlos ineinanderfließen. Zwischen Tempeln, französischen Gassen und gläsernen Wolkenkratzern spürt man, wie rasant sich China verändert – und doch seine Seele bewahrt.
Für uns war Shanghai der Moment, an dem wir zurückblickten – auf fast drei Wochen voller Eindrücke, Kontraste, Begegnungen und vielen Kilometer.
Und die große Frage: Würden wir so eine geführte Reise wieder machen?
Die Antwort: Jein.
Für China war es genau richtig – wegen der Sprache, der Organisation und der kulturellen Hürden. Wir hätten allein nie so viel gesehen, erlebt und verstanden.
Aber: Eine Gruppenreise ist auch ein Marathon. Kaum Pausen, wenig Freiheit, 38 Menschen, 38 Bedürfnisse – und man selbst mittendrin.
Wir hätten sicher noch viel mehr über die lustigen Erlebnisse einer solchen Gruppenreise schreiben können – aber man weiß ja nie, wer hier alles mitliest. 😉
Wir waren incognito unterwegs und niemand wusste wer Rucksackblog ist.
Auf jeden Fall war diese Reise auch für Rucksackblog eine extreme Erfahrung: Wir hatten unterwegs kaum Zeit zum Schreiben, und die Nachbearbeitung hat diesmal besonders viel Geduld gefordert. Die Idee, KI als Katalysator einzusetzen, stellte sich wieder mal als komplette Katastrophe heraus – am Ende hatte Fränn doppelte Arbeit, alle Texte wieder und wieder zu überarbeiten. Eine schmerzhafte, aber lehrreiche Erfahrung: Unsere Gedanken und Erlebnisse lassen sich eben nicht einfach „überschreiben“. Doch jetzt, wo alle Geschichten dokumentiert sind, überwiegt – trotz aller Erschöpfung – die Dankbarkeit.
Wir sind dankbar für Gong, unseren unermüdlichen Guide, für all die Orte, Gerüche und Geschichten, die er uns gezeigt hat – und für das, was bleibt: das Gefühl, ein Stück dieser Welt wirklich gespürt zu haben. China war intensiv, widersprüchlich, wunderschön – und Shanghai der leuchtende Schlusspunkt einer Reise. Wir kommen auf jeden Fall wieder.
Ein Kommentar
Sister Diana
Lieben Dank für eure Hingabe zu schreiben, alles mit Hintergrund Infos zu dokumentieren und ein Stück Privatleben zu veröffentlichen.
Der Blog war sehr interessant und wir werden China mit auf die Liste setzen: to do !
So ich bin gespannt was als nächstes kommt und wünsche euch alles gute 👍 bleibt gesund und unternehmungslustig!