Polarlichter in Tromsø– und dieser eine Abend, der alles verändert hat
Donnerstagabend, 21 Uhr, Berlin. Wir sitzen im Flieger Richtung Norden. Unser Ziel: Tromsø.
Eine Stadt, von der Fränn vorher genau… nichts wusste.
Mariana hatte im Dezember den Traum geäußert. Sie wollte unbedingt Polarlichter sehen und dieses Jahr soll ein ganz besonderes Jahr sein, in dem man die Lichter besonders gut sehen kann. Fränn hingegen? „Ja, nett, kann man sich mal anschauen.” Somit buchten wir im Dezember Flüge und eine Unterkunft.
Das lustige, nur ein paar Tage vor unserem Flug nach Norwegen gab es Polarlichter in ganz Deutschland zu sehen. Direkt sichtbar in Berlin. Das Internet war voll mit Fotos. Himmel in Pink und Grün. Wir? Zu faul, raus zu gehen. „Egal“, dachte sich Fränn. Wir fahren ja nach Norwegen. Da hängen sie bestimmt einfach jeden Abend am Himmel rum.
Ankunft im hohen Norden
Drei Stunden Flug, raus aus dem Flieger, kalte klare Luft und überall Schneeberge und Eisblumen. Am Flughafen stand schon der rote Airport Express Bus. Keine Diskussion, kein Planen – einfach einsteigen. Wenige Minuten später standen wir vor unserem Apartment in der Innenstadt. Code ins Schließfach eingeben, Schlüssel raus nehmen, vierter Stock. Schlafzimmer, Wohnzimmer, Balkon mit Blick auf den Himmel.
Wir packten den Koffer aus und gingen raus auf den Balkon. Schauten in den Himmel, da waren die Polarlichter – sehr gut sichtbar und das mitten in der Stadt. Für Fränn war das so, als würde man sagen: „Ach guck, da ist der Mond.“
Mariana kam aus dem Staunen kaum raus und war überglücklich, die Lichter gleich am ersten Abend zu sehen und das ohne große Mühe direkt vom Balkon.
Grüne Schleier bewegten sich über den Himmel. Nicht statisch.
Und Fränn begann zum ersten Mal zu verstehen: Oh. Das ist kein Hintergrund. Das ist ein Ereignis. Mitten in der Nacht ging es nochmal schnell zur Tankstelle Milch und Saft fürs Frühstück kaufen.

Tromsø bei Tag
Am nächsten Morgen: Sonne. Klarer Himmel. Postkarten-Winter.

Wir schlenderten am Hafen entlang. Kristallklares Wasser. Seesterne am Grund. Kleine Sauna Boote, von denen Menschen direkt ins eiskalte Wasser sprangen. Fränn wäre gerne sofort rein. Aber das ging leider nicht: Eine Augen-OP stand nächste Woche an und eine Erkältung war keine Option. Also nur gucken. Und sagen: „Wir kommen wieder.“
Wir liefen hoch auf einen kleinen Hügel, Blick über die Stadt, die Brücke, die Berge. Dieses Licht. Diese Ruhe. Diese Luft und überall der glitzernde Schnee.

Nach 8.500 Schritten erinnerten wir uns: Heute Abend ist die Nordlicht-Tour. Also zurück zur Unterkunft, ausruhen, Kaffee in der Unterkunft, Tiefkühlpizza für 9 € (Norwegen, hallo 🫠).
Und dann war plötzlich der ganze Himmel grün
Gegen 17 Uhr liefen wir zum Treffpunkt der Tour – und sahen schon auf dem Weg am Hafen Polarlichter. Überall grüne Lichter, wunderschön anzusehen.

Unser Bus: Eine kleine Gruppe, neun Leute. Perfekt. Unser Guide grinste nur und sagte: „Gute Chancen heute.“ Das gab uns ein sehr gutes Gefühl und los ging es.
Wir fuhren nur 20 Minuten raus aus der Stadt. Erster Stopp, direkt an einer Straße mit Blick auf einen Berg. Grüne Wellen am Himmel. Wir schossen unzählige Fotos mit dem iPhone.

Fränn hatte eigentlich einen Gimbal mitgebracht, um optimale Fotos und Videos aufzunehmen. Doch sie konnte ihn nicht nutzen, da sie den Magnet fürs iPhone vergessen hatte.
Der Gimbal war somit nutzlos. Also: still stehen. Frieren. Fotografieren. Repeat.
Lagerfeuer unter einem leuchtenden Himmel
Nach ca. einer Stunde Fahrt kamen wir dann am Endspot an. Unser kleiner Minibus hielt oben an der Straße. Unser Guide verteilte dicke Overalls zum Schutz vor Kälte und dann ging es tief in der Dunkelheit runter zu einem See. Absolute Stille.
Bis zu einer Feuerstelle, wo unser Guide ein Feuer entzündete und wir Platz nahmen.

Über uns: grüne Bögen, die sich ständig verändern. Dann plötzlich auch rötliche, pinke Töne. Eine richtige Front zog aus dem Süden rein. Zur Erwärmung gab es Suppe und heißen Saft.

Fränn fror. Füße eiskalt, scheinbar reicht die Angabe der vorher gekauften Stiefel mit minus zehn Grad nicht aus. Hände raus aus den Handschuhen zum Fotografieren, wieder rein – ein ziemliches unangenehmes Unterfangen. Irgendwann dachte sie sich: „Wie viele Lichter kann man eigentlich fotografieren?“

Der Guide blieb ruhig. Wartete. Checkte sein Handy. Er chattete mit anderen Guides.
„Da kommt noch was.“ Fränn gab ihm noch zwanzig Minuten, bis sie in den warmen Bus zurückkehren wollte.

Und dann kam es. Der Himmel explodierte. Bewegung, Farben, Intensität. Selbst Fränn stand da mit offenem Mund. WOW!

Der Moment, in dem Fränn es verstanden hatte
Nach über drei Stunden ging ich irgendwann hoch zum Bus aufwärmen.
Von drinnen sahen wir die Lichter weiter tanzen. Warm. Musik leise im Hintergrund aus dem Boxen vom Kleinbus. Mariana kam dazu. Wir saßen einfach da. Still. Glücklich. Voll. Sprachlos und schossen von drin noch ein paar weitere Fotos und wunderten uns, dass den anderen Touristen nicht kalt wurde.
Sightseeing durch Tromsø
Am nächsten Morgen: Blick aus dem Fenster. 30 cm Neuschnee. Himmel grau. Keine Chance auf Polarlichter.
Scheinbar hatten wir echt Glück, denn heute Abend wird man auf keinen Fall Nordlichter sehen. Und da traf es Fränn: Das war nicht „normal“ Polarlichter zu sehen. Das war pures Glück. Wir haben alles gesehen: Grün. Rot. Bewegungen. Intensität. Diese Nacht, für die Menschen um die halbe Welt reisen. Danke!

Nachdem wir den ganzen Tag gelesen hatten, ging es dann zum Abendessen zu Mors Mat. Zum Glück hatten wir einen Tisch reserviert, denn ohne: keine Chance auf einen Platz. Das Essen war okay, aber auch nicht mehr. Es tut hier schon weh, essen zu gehen. Zwei Bier und zwei Essen 85 € was echt kein Spaß macht.
Danach gibt es noch in die ansässige Brauerei und auch hier 12 € für ein Bier, aua!
Danach schlenderten wir Richtung Appartement zurück und genossen noch Tromso bei Nacht.

Am Sonntag hieß es dann erstmal mit dem Bus in Richtung Süden und von dort an den südlichsten Punkt direkt am Wasser. Wir spazierten durch eine wunderschöne schöne Landschaft. Überall funkelte der Schnee und uns entgegen.


Unser Ziel war das Naturkundemuseum, um ein bisschen mehr über Tromso zu lernen. Über ihre Einwohner, die Samy.


Am Abend gab es dann wieder TK Pizza im Apartment.
Leider waren am Montag viele Museen zu und somit landeten wir irgendwann in der Bücherei, wo wir unsere Bücher lasen, da unser Flieger leider erst gegen 19:30 Uhr Richtung Berlin flog.
Tromsø hat uns etwas beigebracht
Wir sind hingeflogen mit: „Ja nett, wenn wir Polarlichter sehen.“ Wir kamen zurück mit: „Wir haben gerade etwas erlebt, das besonders ist.“ Und ja — Polarlichter sind Fränn jetzt nicht mehr „egal“. Sie sind ein Gefühl. Ein Staunen.
Fazit – Norwegen, Polarlichter & was bleibt
Norwegen hat uns mehr geschenkt, als wir erwartet hätten. Wir sind mit einer Mischung aus Skepsis und Abenteuerlust nach Tromsø geflogen – ohne wirklich zu wissen, was uns erwartet. Doch was wir erlebt haben, war nicht einfach nur ein Naturphänomen, das man „mal so sieht“, sondern ein Moment, der bleibt.
Die Polarlichter waren weit mehr als ein Reisefoto für Instagram – sie waren ein Gefühl: mystisch, bewegend und einfach echt. Dieser eine Abend, als der Himmel in Grün, Rot und Pink tanzte, hat uns gezeigt, wie magisch unser Planet ist, wenn wir ihm nur Zeit und Aufmerksamkeit schenken.
Und auch wenn nicht jeder Abend so klar und spektakulär war – die Landschaft, der klare Wintermorgen, das stille Wasser im Hafen und die Spaziergänge durch Tromsø – all das hat diese Reise zu etwas Ganzem gemacht. Natürlich ist Norwegen kein günstiges Vergnügen, aber genau diese Erlebnisse, diese Geschichten und diese Bilder im Kopf sind Dinge, die kein Preis wirklich fassen kann.
Am Ende bleibt die Dankbarkeit: dafür, dabei gewesen zu sein, das Glück gehabt zu haben, diese Lichter zu sehen, und dafür, dass uns so eine Erfahrung wieder einmal daran erinnert hat, wie groß und wunderbar unsere Welt ist.