Chinas vielleicht schönste Altstadt
Unsere sechste Station: Fenghuang
Tag 12 – Mittwoch
Auf in die Phönix‑Stadt
Um 8:45 Uhr starteten wir mit dem Bus – vier Stunden Richtung Fenghuang, der „Phönix-Stadt“ in der Provinz Hunan. Laut Programm: die schönste Altstadt Chinas.

Am Bahnhof angekommen, mussten wir unser Gepäck umladen – große Reisebusse können hier nicht in die engen Straßen. Mit einem kleinen Shuttle ging es weiter zu unserer Unterkunft, mitten in der Altstadt, direkt am Fluss – perfekt gelegen. Koffer abstellen, kurz durchatmen – und schon stand ein gemeinsamer Stadtspaziergang an.

Gleich vor unserem Hotel führte ein schmaler Steg über den Fluss – unsere erste kleine Challenge. Niemand fiel ins Wasser (Beifall an die Gruppe!), und so begann unser Rundgang entlang der Stadtmauer.


Links und rechts reihten sich unzählige Läden aneinander – viele boten traditionelle Kleidung und aufwendiges Styling an. Hier ließen sich Tourist:innen, vor allem aus Asien, professionell schminken und fotografieren – ein regelrechtes Schauspiel aus Farben, Fächern und Kostümen.

Unser Guide Terry erzählte begeistert über Geschichte und Architektur, doch man merkte, dass die Aufmerksamkeit allmählich nachließ. Überall dudelten Flöten, Lautsprecher spielten Musik, Menschen drängten sich durch die engen Gassen – zu viel für Fränns sensible Ohren. Die Rettung: eine kurze Pause in einem alten Theater, wo es endlich still war.
Wir schlenderten weiter durch schmale Gassen, vorbei an Holzfassaden und kleinen Brücken, bis wir das Museum erreichten. Ein kurzer Einblick in die Geschichte der Stadt, dann ging es direkt zur Bootsfahrt auf dem Fluss.


Schon tagsüber war Fenghuang ein Schmuckstück – doch wir ahnten, dass der Abend alles übertreffen würde. Nach der Bootstour ging es zum gemeinsamen Abendessen, danach verabschiedeten wir uns von der Gruppe, um die kleine Stadt auf eigene Faust zu erkunden.
Bei Einbruch der Dunkelheit verwandelte sich Fenghuang in ein Lichtermeer: Lampions spiegelten sich im Wasser, aus den Bars erklang Musik, und am Ufer flanierten Hunderte Menschen.

Natürlich konnte Fränn – wie könnte es anders sein – an keinem Teeladen vorbeigehen. Eine freundliche Verkäuferin, jede Menge Neugier und ein Smartphone mit Übersetzungs-App reichten für eine ausgedehnte Teeverkostung.

40 Euro später und um zwei Sorten reicher, verließen wir den Laden glücklich. Tee war für uns, was anderen Rum oder Whiskey ist – Genuss, Ritual und Souvenir zugleich.

Mit einer Tüte voll Tee spazierten wir weiter zur Phönix-Statue, wo mehrere Tanzgruppen ihre Choreografien aufführten. Jung und Alt tanzten gemeinsam, voller Freude und Energie – ein wunderschöner Moment und ganz normal hier in China.


Danach ging es weiter durch die Gassen, die nun dicht gefüllt waren. Überall sah man Tourist:innen in prachtvollen Kostümen, die sich professionell ablichten ließen – eine Kulisse zwischen Tradition, Kommerz und Faszination.


Zum Abschluss des Tages holten wir uns noch ein Bier am Späti und ließen den Abend auf der Hotel Dachterrasse ruhig ausklingen. Am nächsten Morgen ging es schon weiter – 8 Uhr Abfahrt Richtung Longsheng.

Fazit: Fenghuang
Fenghuang ist wie ein lebendiges Museum – eine Stadt, in der Geschichte, Romantik und Moderne aufeinandertreffen. Holzhäuser auf Stelzen, Steinbrücken und enge Kopfsteinpflastergassen erzählen von Jahrhunderten vergangener Zeiten.
Abends verwandelt sich die Stadt in ein Fest aus Licht, Musik und Tanz. Zwischen bunten Lampions, fließendem Wasser und gelassener Lebensfreude spürt man den Zauber dieses Ortes.
Zwischen touristischem Trubel und echter Schönheit fanden wir Momente der Ruhe – bei der Teeverkostung und beim Schlendern durch die Gassen.
Viele der alten Häuser stammen tatsächlich aus der Ming- und Qing-Dynastie, wurden aber im Laufe der Jahre aufwändig restauriert oder rekonstruiert. So ist Fenghuang heute eine Mischung aus originaler Altstadt und liebevoll nachgebauter Kulisse – fotogen, atmosphärisch und doch mit echtem Leben gefüllt.
Für uns war Fenghuang ein schöner Zwischenstopp, der zeigt, wie lebendig und warmherzig Chinas Geschichte heute noch sein kann – zwischen Authentizität und Inszenierung, zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Ein Kommentar
Sister Diana
Man ich hätte zu gerne Fränn im Traditionellem Kleidchen gesehen. Habe ich in Bali auch gemacht aber im Nachhinein war es quatsch. Man ist halt wer man ist.
Nun auch diese Stadt hat mich beeindruckt!
Die Reise ist nachahmenswert.