Nach einigen Tagen im Hotel wollten wir am Dienstag dann doch noch die Hauptstadt von Mauritius sehen. Port Louis stand schließlich auf unserer Liste, auch wenn unsere Erwartungen eher überschaubar waren. Kurz vor der Reise hatten wir uns sogar noch eine alte Folge des Traumschiffs angeschaut, um einen groben Eindruck davon zu bekommen, was uns auf der Insel erwarten würde. Die Geschichte war zwar etwas eigenwillig und bestand hauptsächlich aus Rum, weißen Stränden und der berühmten Blauen Mauritius, aber zumindest wussten wir danach, dass Port Louis existierte.
Wegen des Rums waren wir allerdings nicht nach Mauritius gekommen. Fränn hatte deshalb bereits beschlossen, einen möglichen Destillerie-Stopp gegen eine weitere Teefabrik einzutauschen. Abwarten und Tee trinken lag uns zu diesem Zeitpunkt ohnehin näher.
Mit dem Bus in die Hauptstadt
Fränn wollte unbedingt mit dem Bus nach Port Louis fahren, denn wenn man schon einmal auf Mauritius war, sollte man schließlich nicht ausschließlich im Hotel sitzen und sich herumfahren lassen. Das Problem war nur, dass niemand so genau wusste, wann der Bus eigentlich kommen würde und wo genau die Bushaltestelle lag.
Nach dem Frühstück gingen wir also zu einer kleinen Haltestelle an der Straße, wobei „Haltestelle“ in diesem Fall aus einem winzigen Schild bestand, das mitten in der Sonne stand und leicht zu übersehen war. Einen Unterstand gab es natürlich nicht, weshalb wir uns zunächst in den Schatten stellten und darauf warteten, dass irgendwann ein Bus auftauchte.
Nach zehn Minuten kam keiner.
Nach zwanzig Minuten ebenfalls nicht.
Nach ungefähr 25 Minuten erschien dann tatsächlich ein Bus, und damit hatten wir offenbar sogar noch Glück gehabt, denn angeblich sollte ungefähr alle 45 Minuten einer fahren. Um ihn anzuhalten, musste man lediglich den Arm heben, woraufhin der Bus tatsächlich hielt und wir einsteigen konnten.

Der Bus hatte seine besten Jahre schon hinter sich, ruckelte ordentlich und war ziemlich laut. Außerdem dauerte die Fahrt gefühlt eine kleine Ewigkeit. So richtig überzeugt waren wir von unserer Idee zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, aber Fränn hatte nun immerhin das Gefühl, den Einheimischen ganz nah zu sein und nicht wie ein klassischer Tourist direkt mit dem Taxi in die Hauptstadt gefahren zu werden.

Für 44 Rupien pro Person, also ungefähr 81 Cent, war die Fahrt außerdem ein echter Schnapper. Für zwei Personen bezahlten wir umgerechnet gerade einmal 1,62 Euro. Der Rückweg mit dem Taxi sollte später ungefähr 25,68 Euro kosten, was den Preisunterschied noch einmal deutlich machte.

Als wir in Port Louis ankamen, war unsere Begeisterung allerdings bereits etwas gedämpft. Die Busfahrt hatte uns ordentlich durchgeschüttelt und uns war ein wenig schlecht. Mariana hatte dadurch nicht mehr besonders viel Lust auf eine ausgedehnte Stadterkundung, und auch Fränn musste feststellen, dass sich eine Hauptstadt bei leichter Übelkeit nur bedingt entspannt besichtigen lässt.
Central Market und Caudan Waterfront
Als Erstes gingen wir zum Central Market, wo wir eine Kleinigkeit aßen und uns ein wenig umsahen. Der Markt war lebendig, laut und voller verschiedener Gerüche, allerdings waren wir an diesem Tag nicht in der besten Verfassung, um uns komplett darauf einzulassen.
Danach schlenderten wir in Richtung Promenade und weiter zur Caudan Waterfront, einem Restaurant- und Einkaufsviertel direkt am Wasser. Dort wollten wir schauen, ob wir vielleicht noch etwas Schönes für zu Hause finden würden.

Fränn gab sich große Mühe als Shoppingberaterin und tatsächlich wurde Mariana bei einem modischen Outfit fündig. Der anfängliche Preis lag bei 2.500 Rupien, konnte aber auf 1.200 Rupien heruntergehandelt werden. Mariana war das Handeln wie immer ein wenig unangenehm, während Fränn offenbar deutlich mehr Freude daran hatte.
So ergänzen wir uns eben.
Im Blue Penny Museum hätten wir uns außerdem die berühmte Blaue Mauritius anschauen können. Die Briefmarke gehört zu den bekanntesten der Welt und von den ursprünglich ausgegebenen Exemplaren existieren nur noch wenige. Mariana hatte allerdings bereits in Berlin und während unserer Traumschiff-Recherche sehr deutlich gemacht, dass sie auf keinen Fall in dieses Museum gehen wollte.

Fränn ging deshalb einmal außen um das kleine Museum herum und schaute durch die Fenster. Man muss sich schließlich auch noch ein paar Dinge für den nächsten Besuch aufheben, falls man irgendwann noch einmal nach Mauritius kommt.
Anschließend gingen wir noch in einen großen Supermarkt, kauften einige lokale Lebensmittel für zu Hause und machten uns dann auf den Rückweg. Diesmal entschieden wir uns für ein Taxi, denn nach der Busfahrt hatten wir keine große Lust, uns noch einmal durch den mauritischen Nahverkehr schütteln zu lassen.
Die Zitadelle, Chinatown und einige andere Sehenswürdigkeiten ließen wir aus. Vielleicht beim nächsten Mal, denn so hatten wir immerhin einen Grund, wiederzukommen.
Ein Tag zum Durchatmen
Am nächsten Tag wollten wir eigentlich wieder nichts machen. Das gelang uns fast.
Wir fuhren Tretboot, lasen und verbrachten den Tag am Wasser. Nach den vergangenen Tagen war es angenehm, keinen Fahrplan zu haben und nicht darüber nachdenken zu müssen, wie wir irgendwo hinkommen.
Unser erster Hubschrauberflug
Am Donnerstag klingelte der Wecker dann allerdings wieder früh, denn wir hatten einen Hubschrauberflug gebucht. Unser Guide Sunny holte uns pünktlich am Hotel ab und fuhr uns zum Anbieter nach Triolet, wo die Hubschrauber starten. Er wartete während des gesamten Ausflugs vor Ort auf uns, was wir sehr zu schätzen wussten.

Der Flug dauerte ungefähr 45 Minuten und kostete 375 Euro. Ganz günstig war das natürlich nicht, aber wenn man die Möglichkeit hat, Mauritius einmal aus der Luft zu sehen, sollte man sie aus unserer Sicht nutzen.
Wir mussten ungefähr 45 Minuten vor dem Start vor Ort sein, wurden gewogen und anschließend entsprechend unseres Gewichts auf die Sitzplätze verteilt. Danach ging es nur noch wenige Meter bis zum Hubschrauber. Pünktlich um 8:30 Uhr hob er ab.

Für uns war es das erste Mal, mit einem Hubschrauber zu fliegen, und deshalb war es zunächst ein etwas ungewohntes Gefühl. Die Insel, die wir in den vergangenen Tagen nur vom Boden aus gesehen hatten, lag plötzlich unter uns. Wir flogen unter anderem über Port Louis, Tamarin, die Île aux Bénitiers, Le Morne, Chamarel, den Black River und die Sieben Erden.
Das Highlight war natürlich der Unterwasser-Wasserfall vor Le Morne. Auch wenn es sich dabei um eine optische Täuschung handelt, sieht es aus der Luft tatsächlich so aus, als würde das Wasser unter der Meeresoberfläche in die Tiefe stürzen.

Mariana war von dem Flug völlig begeistert und meinte, dass der Beruf als Hubschrauberpilotin vielleicht doch etwas für sie wäre. Fränn hatte die Insel beim Landeanflug bereits ausgiebig betrachtet, während Mariana lieber noch ihren Film zu Ende schaute. Aus der Luft waren wir uns dann aber einig: Von oben wirkt Mauritius noch einmal ganz anders!
Eigentlich wollten wir an dieser Stelle noch ein Video einfügen. Leider hat Insta360 seit Sonntag technische Probleme. Da unzählige Versuche und Supportanfragen bisher zu keiner Lösung geführt haben, müssen wir das Video nachreichen, sobald die Technik wieder mitspielt. Sorry!

Nach dem Flug ging es noch in eine Shopping Mall. Fränn wollte unbedingt ein paar modische Socken der lokalen Marke The Kreol Republic kaufen und Mariana wurde natürlich ebenfalls fündig. Da wir mit Sunny nur ungefähr 30 Minuten vereinbart hatten und ihn nicht länger warten lassen wollten, mussten wir uns beim Anprobieren etwas beeilen, noch schnell einen Supermarkt besuchen und anschließend wieder zum Auto zurück.
Am Nachmittag gingen wir für ungefähr eine Stunde schnorcheln. Auch dort sahen wir einige bunte Fische, aber wie schon bei der Wal- und Delfintour wurde deutlich, dass große Teile des Riffs abgestorben waren.

Den Abend wollten wir eigentlich ruhig ausklingen lassen und ein paar Postkarten schreiben. Nach dem Abendessen gingen wir deshalb bereits gegen 20:15 Uhr aufs Zimmer. Fränn wurde allerdings schnell langweilig und hatte plötzlich die Idee, nur ganz kurz den Laptop aufzuklappen, um auf dem Reiseblog nachzusehen.
Ein neues Logo statt Blogrecherche
Aus dem kurzen Nachsehen wurde natürlich nichts.
Schon lange hatte Fränn gestört, dass Rucksackblog noch kein Logo hatte und dass sie mit dem Design der Website nie vollständig zufrieden gewesen war. Projekte für sich selbst sind schließlich meistens die kompliziertesten, weil man jederzeit noch eine weitere Idee haben kann. Also öffnete sie das Chatfenster von ChatGPT und stellte die Frage: „Kennst du Rucksackblog?“ Danach war sie im Rabbit Hole verschwunden.
Aus dem kurzen Blick auf den Blog wurde ein neues Logo, aus dem neuen Logo ein neues Webdesign und aus dem Webdesign schließlich ein komplettes Konzept für die Website. Mariana konnte es nicht fassen, war aber auch nicht wirklich überrascht. Wenn Fränn einmal in ihrem Element ist, lässt sie sich nur schwer wieder stoppen. Also arbeitete Fränn weiter, bis die verfügbaren Credits aufgebraucht waren.
Als Logo gibt es nun eine Banane. Warum es am Ende eine Banane wurde, ist schnell erklärt: Bananen gibt es fast überall auf der Welt, wir essen sie gerne, sie erinnern uns an Urlaub und irgendwie passte sie zu Rucksackblog. Außerdem sollte sie auf den kommenden Reisen noch eine größere Rolle spielen. Seid gespannt.
Am nächsten Morgen nutzte Fränn noch vor dem Frühstück die Gelegenheit, weitere Änderungen an der Website vorzunehmen. Während Mariana vermutlich noch überlegte, wie man entspannt in den Tag startet, wurde am Logo gefeilt, wurden Farben angepasst und Elemente verschoben.
Noch einmal zur kleinen Insel
Nach dem Frühstück ging es noch einmal zu der kleinen Insel, die zu unserem Hotel gehörte und die wir vom Resort aus sehen konnten.
An diesem Tag war allerdings Vollmond und das Wasser stieg an einer Stelle so weit an, dass irgendwann die Liegen teilweise im Wasser standen. Zunächst war das ganz angenehm, weil man sich direkt am Wasser abkühlen konnte, irgendwann wurde es allerdings etwas anstrengend, ständig darauf zu achten, wann wieder ein Boot vorbeifuhr und das Wasser ansteigen ließ. Luxusprobleme.
Wir suchten uns die ruhigere Seite der Insel und fanden eine Stelle mit ungefähr acht Liegen. Kurz darauf legten sich sechs Italiener neben uns. Sie waren eigentlich gar nicht laut und gaben sich sogar große Mühe, ihr Temperament etwas zurückzuhalten. Leider steigerte Fränn sich an diesem Tag in jedes Geräusch hinein und hatte ihre Kopfhörer vergessen. Lesen war irgendwann nicht mehr möglich.
Also nahm sie ihr Buch und ging auf die andere Seite der Insel, um wenigstens noch ein Kapitel zu Ende zu lesen. Dort war es allerdings sehr sonnig und windig, weshalb sie nicht lange bleiben konnte. Nach ungefähr zwanzig Minuten ging es wieder zurück zu den Liegen, wo wir auf das Mittagessen warteten.

Das Essen war wie immer traumhaft, der Ausblick mit Wasser und Palmen ebenfalls. Trotzdem konnte Fränn nicht richtig entspannen. Nach dem Mittagessen fuhren wir mit dem Floss wieder zurück.
Gegen 14 Uhr waren wieder neue Credits verfügbar. Fränn verschwand unter dem Vorwand, zur Toilette zu gehen, zurück aufs Zimmer, klappte den Laptop auf und arbeitete weitere zehn Minuten am Blog. Kurz darauf kam der Kontrollanruf. „Wo bist du? Nicht etwa am Rechner?“
Fränn musste lachen, versprach, gleich zurückzukommen, und verbrauchte noch schnell die letzten Credits. Danach ging es wieder zurück auf die Liege.
Die letzten Urlaubstage
Am Samstag stand Fränn früh auf, arbeitete noch einmal an der Website, bis die Credits aufgebraucht waren, und widmete sich anschließend den wirklich wichtigen Dingen des Urlaubs: Essen, Strand und Lesen.

Am Nachmittag traute sie sich sogar auf ein Stand-up-Paddle-Board, was sie bisher noch nicht ausprobiert hatte. Eine lustige Erfahrung, solange die Wellen nicht zu groß waren.
Abends wurden die letzten Änderungen an der Website umgesetzt. Von Donnerstagabend bis Samstag hatte Fränn es tatsächlich geschafft, ein neues Logo zu entwickeln und die komplette Website zu überarbeiten. Irgendwann war das Projekt fertig.
Fränn war erleichtert, ein wenig stolz und vermutlich auch froh, dass dieses To-do nun endlich von der Liste verschwunden war. Schon auf der nächsten Reise sah sie sich in Gedanken mit einem schwarzen Rucksackblog-Pullover und einer Banane darauf herumlaufen.
Am Sonntag hieß es nochmal ausschlafen, bevor es wieder zurück nach Berlin ging. Es gab noch ein paar letzte Optimierungen an der Website, danach Frühstück, Koffer Packen und ein wenig Zeit, um am Reiseblog weiterzuschreiben.
Gegen 14:30 Uhr wurden wir abgeholt. Die Rückreise verlief entspannt und damit endete unser vierzehntägiger Mauritius-Urlaub, der genau das geworden war, was wir uns gewünscht hatten: eine Mischung aus Erlebnissen, gutem Essen, kleinen Abenteuern und sehr viel Zeit zum Nichtstun.
Mauritius fanden wir auf jeden Fall sehenswert. Es herrscht Linksverkehr. Gesprochen wird vor allem Englisch, Französisch und Mauritianisches Kreolisch, und die verschiedenen Religionsgemeinschaften leben nach unserem Eindruck friedlich miteinander. Der Hinduismus ist die am weitesten verbreitete Religion, gleichzeitig begegneten uns auf der Insel viele unterschiedliche kulturelle und religiöse Einflüsse.
Was uns außerdem auffiel, war die Freundlichkeit der Menschen. In unserem Hotel hatten wir den Eindruck, dass viele Mitarbeitende gerne dort arbeiteten und eine gute Stimmung herrschte. Das ist nicht selbstverständlich und hat unseren Aufenthalt sehr angenehm gemacht. Vierzehn Tage waren für uns genau der richtige Zeitraum, um herunterzufahren. Wir haben Wale und Delfine gesehen, Port Louis besucht, Mauritius aus der Luft betrachtet, Tee getrunken, Rum probiert, in lokalen Supermärkten eingekauft und mehr als einmal versucht, einfach nichts zu tun.
Und ganz nebenbei hat Rucksackblog noch ein neues Logo und eine neue Website bekommen. Man kann also nicht behaupten, dass wir uns im Urlaub nur ausgeruht hätten.
Mauritius in Kürze
Mauritius liegt im Indischen Ozean und fährt auf der linken Seite. Bezahlt wird mit der Mauritischen Rupie. Im Alltag hört man vor allem Englisch, Französisch und Mauritianisches Kreolisch.
Wir waren im September dort, also im mauritischen Winter. Mit ungefähr 24 Grad war es zwar angenehm warm, durch den Wind fühlte es sich an manchen Tagen aber deutlich weniger tropisch an, als wir erwartet hatten.
Mauritius ist religiös vielfältig. Der Hinduismus stellt die größte Religionsgruppe, gleichzeitig leben auf der Insel Menschen mit unterschiedlichen religiösen und kulturellen Hintergründen zusammen. Dieses friedliche Miteinander ist uns während unserer Reise immer wieder aufgefallen.
Auch beim Gesundheitssystem gibt es eine Besonderheit: Öffentliche Gesundheitseinrichtungen bieten in Mauritius grundsätzlich kostenlose medizinische Versorgung an. Daneben gibt es private Einrichtungen, die kostenpflichtig arbeiten.
Auf Mauritius gibt es einen gesetzlichen Mindestlohn. Seit dem 1. Januar 2026 beträgt er für Vollzeitbeschäftigte 17.745 Mauritius-Rupien pro Monat (rund 330 Euro, Stand Oktober 2026). Das ist die gesetzliche Untergrenze – wie viel jemand tatsächlich verdient, kann je nach Beruf und Position darüber liegen.
Und wo es uns als Nächstes hinverschlägt? Das wissen wir selbst noch nicht.
Wenn ihr Empfehlungen habt, wo wir unbedingt einmal hinreisen sollten, schreibt uns gerne in die Kommentare.

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