In eigener Sache: Falls ihr euch beim Aufrufen der Seite kurz gewundert habt: Ja, wir erstrahlen in neuem Look! Ein frisches Logo, ein neues Website-Design und verdammt viel Herzblut stecken hier drin. Wie viel Schweiß, Pixelliebe und Kaffeesatz hinter den Kulissen geflossen sind, erzählt euch Fränn im dritten Teil unserer Reihe. Aber jetzt heißt es erst einmal: Koffer rollen!
Ja, ihr habt richtig gehört: Ausnahmsweise mal nicht der Rucksack auf dem Rücken, sondern die Koffer im Schlepptau! Die feuchte tropische Wärme blieb aus, der Duft von Salz und Abenteuer liegt in der Luft – willkommen auf Mauritius!
In diesem ersten von drei Artikeln nehmen wir euch mit auf unsere Reise, teilen unsere ersten ungefilterten Eindrücke und zeigen euch, wie sich Mauritius abseits der Resort-Kataloge anfühlt. Schnallt euch an (oder rollt die Koffer mit uns mit) – los geht’s!
All-inclusive. Das Wort allein löst bei uns normalerweise einen leichten Hautausschlag aus. Wir reisen eigentlich gerne mit einem groben Plan, schauen uns Orte an, fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch die Gegend und lassen uns darauf ein, dass unterwegs irgendetwas schiefgeht. Genau diese kleinen Umwege und ungeplanten Erlebnisse sind es schließlich, aus denen später meistens die besten Geschichten entstehen.
Diesmal sollte es allerdings ein bisschen anders werden. Und deshalb gleich vorweg der Disclaimer: Die Anekdoten-Ausbeute könnte in diesem Urlaub etwas geringer ausfallen, denn wer sich freiwillig in einer Hotelanlage einquartiert, in der man rund um die Uhr umsorgt wird, erlebt eher selten den epischen Nachtbus-Zusammenbruch oder verirrt sich in irgendeinem Hinterhof. Man muss eben manchmal abwägen: Will man maximal viel erleben oder maximal entspannen?
Warum ausgerechnet Mauritius?
Die Entscheidung für diesen Urlaub war relativ schnell gefallen. Nach den Seychellen, dem Unfall von Mutter Ela Kenia, einer ziemlich erlebnisreichen China-Rundreise und einigen beruflichen Themen waren unsere Akkus nicht einfach nur leer, sondern eigentlich schon im Energiesparmodus angekommen. Wir brauchten diesmal kein weiteres Abenteuer und auch keinen Urlaub, aus dem wir anschließend erst einmal Urlaub machen mussten.
Wir wollten irgendwo ankommen, nichts müssen, gut essen, lesen und uns treiben lassen.
Dazu kam unser persönliches Sicherheitsbedürfnis. Als wir Anfang des Jahres nach einem Reiseziel suchten und schließlich buchten, fühlte sich die politische Lage rund um die Straße von Hormus noch einmal deutlich angespannter an. Und da Fränn in solchen Situationen schnell zum professionellen Angsthasen mutiert, sollte es diesmal bitte ein Rundum-Sorglos-Paket sein. Ein Urlaub, bei dem zumindest möglichst wenig schiefgehen konnte.
Außerdem musste der Zeitraum passen, denn Fränn wollte pünktlich zum DATEV Barcamp wieder in Nürnberg sein. Wenn man dann noch nach einem tropischen Reiseziel sucht, das im September nicht gerade von Tsunamis, politischen Unruhen oder Dauerregen heimgesucht wird, landet man irgendwann auf Mauritius. Mauritius klang nach einer guten Entscheidung.
Wir hatten bis dahin nicht besonders viel mit der Insel verbunden und konnten uns deshalb relativ unvoreingenommen auf vierzehn Tage Entspannung freuen. Ein bisschen Strand, ein bisschen Sehenswürdigkeiten, gutes Essen und ansonsten einfach mal nichts. Zumindest war das der Plan.
Ankommen mit Einreiseformular
Am 13. September ging es von Berlin nach Frankfurt. Und ungefähr zehn Minuten bevor unser Flug weiter nach Mauritius gehen sollte, fiel uns ein, dass wir vielleicht noch das Einreiseformular ausfüllen mussten.
Mariana wurde kurz ruhig, dann rot und anschließend genervt. Nicht unbedingt wegen des Formulars selbst, sondern vermutlich eher, weil wir es mal wieder geschafft hatten, uns erst im letzten Moment darum zu kümmern.
Also holten wir beide unsere Handys heraus, suchten den richtigen Link und füllten die Formulare aus, solange wir noch Internet hatten. Fränn war zuerst fertig, wusste allerdings die Adresse des Hotels nicht und vergaß beim Ausfüllen vermutlich noch die eine oder andere Information. Das Dokument ließ sich trotzdem speichern und war damit scheinbar abgeschickt.
Ob es bei der Einreise Probleme geben würde, würden wir später herausfinden. Noch einmal ausfüllen konnten wir es vermutlich nicht, aber zu diesem Zeitpunkt war es ohnehin zu spät, sich darüber Gedanken zu machen.
Mariana füllte ihr Formular natürlich deutlich gewissenhafter aus und konnte anschließend entspannt in den Flieger steigen. Gegen 21 Uhr ging es zunächst auf die Seychellen, wo einige Gäste ausstiegen, bevor wir ungefähr eine Stunde später vollgetankt weiter nach Mauritius flogen.
Am Flughafen angekommen, war alles erstaunlich gut organisiert. Wir holten unsere Koffer, gingen zum Empfang und saßen kurze Zeit später bereits im Bus, der uns in den Norden der Insel bringen sollte. Die Fahrt dauerte ungefähr anderthalb Stunden und dabei stellten wir fest, dass Mauritius doch deutlich größer war, als wir uns vorgestellt hatten. Im Kopf war die Insel bisher eher eine überschaubare tropische Postkarten Kulisse gewesen, nun saßen wir aber im Bus und fuhren gefühlt einmal quer durch die Landschaft.
Unser Hotel war eine B-Corporation-zertifizierte Anlage, und das merkte man an vielen kleinen Dingen. Wasser konnte man sich selbst auffüllen, Tee und Kaffee für das Zimmer holte man persönlich im Hotel eigenen Unverpacktladen und überall gab es dezente Hinweise, die für einen bewussteren Umgang mit Ressourcen sensibilisierten.
Montags wurde beispielsweise kein rotes Fleisch angeboten, da dieses besonders viele Ressourcen verbraucht. Lachs gab es ebenfalls nicht, weil er nicht lokal war und zu intensiv gezüchtet wird. Wir fanden diese kleinen Entscheidungen angenehm unaufgeregt und dachten mehr als einmal: Danke dafür.
Nachdem wir unsere Koffer ausgepackt und das Hotel ein wenig erkundet hatten, wollten wir eigentlich nur noch ankommen. Am Abend stellten wir allerdings fest, dass wir beim Packen offenbar nicht ganz optimal gearbeitet hatten. Es war deutlich frischer, als wir erwartet hatten. Nicht kalt im eigentlichen Sinne, aber eben auch nicht so tropisch, wie wir uns Mauritius vorgestellt hatten. Dasselbe Problem hatten wir schon in Ägypten, Griechenland und Fuerteventura, wo wir davon ausgegangen waren, dass es automatisch immer warm sein würde, sobald wir nur weit genug in den Süden flogen. Mauritius befand sich im Winter, und 24 Grad mit Wind fühlten sich überraschend wenig tropisch an.
Nach dem Abendessen gab es noch einen Cocktail und anschließend gingen wir relativ früh ins Bett, um den fehlenden Schlaf nachzuholen.
Ein Geräusch mit ungefähr 160 Beats pro Minute
Am nächsten Morgen wurde Fränn gegen 6:30 Uhr wach, weil sie ein dumpfes Geräusch hörte. Es klang ungefähr wie ein Beat mit 160 Schlägen pro Minute, nur deutlich weniger musikalisch und dafür umso hartnäckiger.
Mariana hörte zunächst nichts. Fränn konzentrierte sich noch stärker auf das Geräusch, bis Mariana es schließlich ebenfalls wahrnahm – nicht ganz so deutlich, aber immerhin. Für Fränn war es kaum auszuhalten. Es war genau diese Art von Geräusch, die andere Menschen wahrscheinlich problemlos überhören, während sie sich bei geräuschempfindlichen Personen langsam in den Mittelpunkt des gesamten Lebens schiebt.
Wie empfindlich kann man bitte sein? Und vor allem: Wie erklärt man anderen Menschen, dass irgendwo im Zimmer ein kaum hörbarer Beat läuft, der einen allmählich in den Wahnsinn treibt? Marina probierte alles, das Geräusch ausfindig zu machen.

Wir zogen uns an und gingen erst einmal zum Frühstück. Dort war es noch angenehm leer, denn an diesem Tag war auf Mauritius ein indischer Feiertag und außerdem sollte bereits am Vormittag ein Guide zu uns ins Hotel kommen, um uns über mögliche Ausflüge zu informieren.
Anschließend meldeten wir das Geräusch an der Rezeption. Der Mitarbeiter gab sich große Mühe, das Problem zu verstehen, und schickte kurze Zeit später zwei Kollegen zu uns aufs Zimmer. Leider war es draußen inzwischen windig und das Geräusch dadurch noch schlechter zu hören.
Für Fränn war die ganze Situation äußerst unangenehm. Es ist schließlich nicht besonders leicht, anderen Menschen zu erklären, dass man von einem Ton gestört wird, den sie selbst kaum wahrnehmen können. Vielleicht konnte sie das Geräusch ja doch irgendwann ausblenden. Vielleicht würde die Entspannung noch einsetzen. Und vielleicht halfen im Notfall Ohropax.
Wir vertagten das Thema zunächst und verbrachten den restlichen Tag mit Lesen, Ausruhen, Schlafen, Mittagessen, Sauna und einer Massage. All-inclusive kann schließlich auch bedeuten, dass man einen kompletten Tag lang nichts unternimmt und sich dabei professionell umsorgen lässt.

Am nächsten Morgen wollten wir wenigstens einen kleinen Ausflug zum Supermarkt machen. Nur ein bisschen Kaffee kaufen, die Umgebung anschauen und herausfinden, wo sich die Bushaltestelle befand.
Direkt neben dem Hotel fanden wir einen kleinen Minimarkt und einen Touranbieter. Sein Name war Sunny und er war uns sofort sympathisch, weil er so gar nicht aufdringlich war. Er beantwortete geduldig all unsere Fragen und sagte schließlich, dass wir ihm einfach per WhatsApp schreiben sollten, wenn wir uns für eine Tour entschieden hätten. Dann gab er uns seine Nummer und ließ uns gehen, ohne noch fünf weitere Ausflüge anzupreisen.
Sehr ungewöhnlich.
Wir liefen anschließend weiter zum lokalen Supermarkt, kauften Kaffee und schauten nach der Bushaltestelle. Der Spaziergang war allerdings weniger entspannt als gedacht, denn wie so oft in anderen Ländern gab es keinen richtigen Fußweg. Die Autos rauschten dicht an uns vorbei und wir waren froh, als wir wieder im Hotel ankamen.
Ein Besuch im lokalen Supermarkt gehört für uns inzwischen zu jeder Reise. Dort findet man Dinge, die es im Hotel nicht gibt, meistens günstiger, und manchmal auch den einen oder anderen klassischen Touri-Plunder, den man natürlich unbedingt mit nach Hause nehmen muss (nicht!).
Danach war es schon wieder Zeit für das Mittagessen. Wir gingen an den Pool, lasen und versuchten, den Urlaub langsam auf uns wirken zu lassen. Später fuhren wir noch eine Runde Kajak, damit Fränn ihre tägliche Aktivität bekam. Am Abend gab es Essen und gegen 20:30 Uhr lagen wir bereits wieder im Bett. Die Zaubershow im Hotel haben wir verpasst.

Der wilde Süden
Am vierten Tag wollten wir dann doch ein bisschen mehr von Mauritius sehen. Gegen neun Uhr holte uns Sunny am Hotel ab und wir starteten zu einer Tour in Richtung Süden.
Unser erstes Ziel war eine Teefabrik. Teeplantagen hatten wir auf anderen Reisen schon häufiger gesehen, eine Fabrik allerdings noch nicht. Also buchten wir eine Führung und ein Tee-Tasting. Im Museum erfuhren wir einiges über die Geschichte der Fabrik und den Teeanbau, bevor es zur Verkostung ging.

Die war allerdings eher lieblos gestaltet. Statt die verschiedenen Sorten erklärt zu bekommen, saßen wir an einem Tisch mit zahlreichen Teepackungen. Dazu gab es eine Kanne heißes Wasser und die Möglichkeit, so viel Tee zu trinken, wie wir wollten.
Der Ausblick auf die Teefelder war schön, der Tee selbst war in Ordnung, konnte aber natürlich nicht mit dem Tee aus Taiwan oder China mithalten. Zwei Sorten weckten trotzdem unser Interesse und wurden später eingepackt als kleines Präsent für die Familie.
Danach ging es weiter zum Grand Bassin, einem natürlichen See mit einem Hindu-Tempel und beeindruckenden Figuren indischer Gottheiten. Hier hätten wir gerne noch etwas länger verweilt, aber unser Tagesprogramm war gut gefüllt.

Als Nächstes fuhren wir in den Black River Gorges Nationalpark. Wir sahen einen Wasserfall und eine Affenfamilie und genossen das Gefühl, endlich ein wenig außerhalb unseres Resorts unterwegs zu sein.

Anschließend wartete noch die Siebenfarbige Erde auf uns, ein berühmtes Naturwunder mit Sanddünen in verschiedenen Rot-, Braun-, Violett-, Blau-, Grün- und Gelbtönen. Die Farben entstehen durch die besondere Zusammensetzung des Bodens und wirken vor Ort tatsächlich beeindruckend, auch wenn man sich natürlich fragt, wie viel davon auf einem Foto später noch zu erkennen sein wird.


Danach gab es nochmal einen kleinen Stopp an einem tollen Aussichtspunkt, bei dem man auf den Naturpark blicken konnte.

Gegen 15 Uhr fuhren wir zurück zum Hotel. Endlich kam bei uns ein wenig Urlaubsstimmung auf.
Am Hotel angekommen, gönnten wir uns zunächst ein alkoholfreies Bier und genossen den Blick auf den Pool und das Meer, der einfach traumhaft war.

Danach ging es zur Rezeption, denn das Geräusch im Zimmer war leider nicht verschwunden und man hatte uns versprochen, dass man sich nochmal kümmern sollte. Das Hotel hatte die Ursache nicht gefunden, bot uns aber ein neues Zimmer an. Fränn war das alles äußerst unangenehm, denn eigentlich wollte sie keine Umstände machen. Gleichzeitig waren zwei Wochen mit wenig Schlaf natürlich auch keine wirkliche Option.
Also packten wir unsere Koffer und zogen um.
Das neue Zimmer hatte einen besseren Ausblick und vor allem: keinen Beat.
Wir waren heilfroh, dass wir uns doch getraut hatten, noch einmal nachzufragen. Manchmal ist All-inclusive eben nicht nur ein Cocktail am Pool und ein Buffet am Abend. Manchmal bedeutet es auch, dass sich jemand darum bemüht, dir trotz eines nicht auffindbaren Geräuschs zu einem erholsamen Urlaub zu verhelfen, wofür wir sehr dankbar waren.
Den Abend ließen wir im indischen Restaurant des Hotels ausklingen. Gegen 21 Uhr waren wir wieder im Bett und hofften, dass wir endlich endlich ruhig schlafen konnten. Diesmal ohne 160-BPM-Begleitung.
Wie es weitergeht, ob Fränn das mysteriöse 160-BPM-Geräusch besiegen konnte, was wir bei unserer ersten Begegnung mit Walen erlebt haben und warum wir uns bewusst gegen das Schwimmen mit Delfinen entschieden haben – das erfahrt ihr im zweiten Teil! Morgen hier auf dem Blog.

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