{"id":4739,"date":"2020-01-10T09:20:22","date_gmt":"2020-01-10T09:20:22","guid":{"rendered":"https:\/\/rucksackblog.de\/?p=4739"},"modified":"2020-01-10T09:20:24","modified_gmt":"2020-01-10T09:20:24","slug":"der-fluch-von-indien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rucksackblog.de\/?p=4739","title":{"rendered":"Der Fluch von Indien"},"content":{"rendered":"\n<p>Im Sommer 2019 beschlossen wir Ende Dezember mit unserem Yoga Lehrer Gabriel nach Indien zu reisen. Eine Woche Yoga im warmen und zwei Wochen Urlaub war der Plan, um sich f\u00fcr das neue Jahr zu erden und das alte Jahr zu reflektieren.\u00a0Gesagt getan also ging es an die Planung. Leider gestaltete sich die Hotelbuchung im Vorhinein komplizierter als sonst bei den Reisen doch der Plan und die Zusage stand fest, Yoga Retreat Nr. 3. Nach Kroatien und dem Ostsee-Wochenende folgte nun Indien. Indien das Land \u00fcberhaupt, wenn man an Yoga denkt. Die Freude war gro\u00df da keiner von uns zuvor in Indien war. Das einzige, was etwas verunsicherte waren, die Reiseberichte von Bekannten und Freunden, die sehr gemischt von sehr sch\u00f6n bis gar nicht zu empfehlen waren. Doch schreckte uns auch diesmal die Aussagen nicht ab, wir waren wie immer gespannt und wollten uns ein eigenes Urteil bilden.\u00a0Statt wie sonst bei den Reisen bis ins kleinste Detail zu planen, entschieden wir diesmal uns einfach treiben zu lassen und zu schauen, was uns erwartet da wir im Vorhinein irgendwie die Zeit aus den Augen verloren hatten und schwups war es schon Dezember.\u00a0Irgendwie war diesmal der Wurm drin und alles fing mit einer Flugumbuchung an. Statt Turkish Airlines wurden wir umgebucht zu IndiGo und eine Alternative gab es leider nicht. IndiGo ist zwar eine Tochter der Turkish Airlines aber alles andere als luxuri\u00f6s aber egal, Hauptsache irgendwie nach Indien kommen. Der Fluch ging weiter, am Morgen der Abreise bekam Fr\u00e4nn eine schockierende WhatsApp und die Welt brach zusammen. Sie erfuhr per Smartphone, dass ihr Vater in der Notaufnahme war. Nur wo? Keine Ahnung! Wir versuchten umgehend Ela Kenia zu erreichen doch leider ohne Erfolg. Das Handy war aus und niemand ging an das Festnetz zu Hause. Wir hatten keine Ahnung was wir tun konnten. Per Anruf kontaktierte Fr\u00e4nn die Nachbarin die r\u00fcber ging und nach dem rechten schaute doch ohne Erfolg, niemand war zu Hause. Wie ernst ist die Lage? Wir beschlossen zum Flughafen zu fahren und von unterwegs die Situation weiter einzusch\u00e4tzen. Fr\u00e4nn telefonierte die umliegenden Krankenh\u00e4user ab und fragte nach einem Herrn Gronwald und wurde beim zweiten Krankenhaus endlich f\u00fcndig. Endlich bekam sie Ela Kenia an den H\u00f6rer, die mit G\u00fcni im Krankenhaus in Spandau war und auf die Diagnose vom Arzt wartete. Es musste eine Entscheidung gef\u00e4llt werden. Fliegen oder am Boden bleiben? <\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/rucksackblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/1_Tegel_Flughafen-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4746\" srcset=\"https:\/\/www.rucksackblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/1_Tegel_Flughafen-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.rucksackblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/1_Tegel_Flughafen-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.rucksackblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/1_Tegel_Flughafen-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.rucksackblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/1_Tegel_Flughafen-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.rucksackblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/1_Tegel_Flughafen-640x640.jpg 640w, https:\/\/www.rucksackblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/1_Tegel_Flughafen-520x520.jpg 520w, https:\/\/www.rucksackblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/1_Tegel_Flughafen-740x740.jpg 740w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Fliegen oder nicht?<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Situation h\u00e4tte nicht schlimmer kommen k\u00f6nnen, doch Ela Kenia \u00e4u\u00dferte die Bitte: \u201eBitte fliegt\u201c es wird alles gut. In Schockstarre standen wir nun am Flughafen am Schalter und wussten nicht was nun richtig oder falsch war. Hierbleiben oder fliegen. Wir h\u00f6rten auf die Worte von Ela Kenia, schleppten uns durch die Sicherheitskontrolle und beschlossen den Flug anzutreten. Wir hofften das G\u00fcni uns nur einen Schrecken eingejagt hatte, wenn nicht dann w\u00fcrde es mit dem n\u00e4chsten Flieger von Indien aus wieder zur\u00fcck nach Berlin gehen. Somit stiegen wir in den Flieger und konnten an nichts anderes denken. Bis nach Istanbul lie\u00dfen wir uns vom Service von Turkish Airlines ablenken doch danach ging der Fluch weiter. Durch die Umbuchung flogen wir mit IndiGo weiter. Vorbei Beinfreiheit, keine Filme an Board, keine kostenfreien alkoholischen Getr\u00e4nken \u2013 willkommen in der Holzklasse wo ein Bier 5 \u20ac kostet.<\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/rucksackblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2_Indigo-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4744\" srcset=\"https:\/\/www.rucksackblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2_Indigo-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.rucksackblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2_Indigo-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.rucksackblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2_Indigo-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.rucksackblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2_Indigo-640x480.jpg 640w, https:\/\/www.rucksackblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2_Indigo-520x390.jpg 520w, https:\/\/www.rucksackblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/2_Indigo-740x555.jpg 740w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Flug mit Indigo<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Doch was soll uns heute noch schocken, wir hatten eh keine Kraft uns da dr\u00fcber Gedanken zu machen. Nach ca. sechs Stunden erreichten wir endlich Dehli. Die Luft war auff\u00e4llig diesig im Terminal. Wir suchten einen Internetzugang und warteten hoffnungsvoll auf eine Meldung von Ela Kenia. Geht es gleich wieder zur\u00fcck oder bleiben wir hier? Minuten wurden zu gef\u00fchlten Stunden bis sich das iPhone in das WLAN einloggte und wir die Info bekamen. Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck kam per WhatsApp, eine erste Entwarnung. Sie waren von der Notaufnahme zur\u00fcck und G\u00fcni war nun endlich zu Hause, er muss zu einem Spezialisten. Zwar konnten wir weiter fliegen aber mulmig war uns trotzdem zumute. Kurz durchatmen, einen klaren Gedanken fassen und weiter zur Einreise die es in sich hatte. Erste Schlage? Zweite Schlange? Dritte Schlage? Chaos in <strong>Dehli<\/strong> und \u00fcberall Menschen an zu wenig Schaltern. Pro Person dauerte die Prozedur mindestens f\u00fcnf Minuten. Foto, Fingerabdr\u00fccke, Stempel und immer wieder versagte die Technik. Nach ca. zwei Stunden Wartezeit endlich die Einreise und ab zum n\u00e4chsten Flieger Richtung <strong>Chennai<\/strong>. <br>Im Flieger beschloss Fr\u00e4nn diese ersten Zeilen zu schreiben, um die Situation zu verarbeiten. Der Schlafmangel hatte ersichtliche Spuren hinterlassen. Wir schleppten uns in den n\u00e4chsten Flieger. Mittlerweile waren es fast 24 Stunden sp\u00e4ter als wir in <strong>Chennai <\/strong>ankamen, Fr\u00e4nn hatte durch den ganzen Trubel vergessen zu schlafen und fing an Warnvorstellungen zu bekommen \u2013 ein Plan musste her. Bis zum n\u00e4chsten Flieger Richtung <strong>Goa<\/strong> waren es nochmal zehn Stunden, die wir durchhalten mussten. Somit beschlossen wir uns ein ruhiges Eckchen am Flughafen zu suchen und uns mit Schlaf abzuwechseln. Leider konnten wir unser Gep\u00e4ck nicht abgeben und erst zwei Stunden vor Flug einchecken somit waren wir in der Flughafenhalle gefangen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/rucksackblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/3_Chennai-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4745\" srcset=\"https:\/\/www.rucksackblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/3_Chennai-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.rucksackblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/3_Chennai-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.rucksackblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/3_Chennai-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.rucksackblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/3_Chennai-640x480.jpg 640w, https:\/\/www.rucksackblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/3_Chennai-520x390.jpg 520w, https:\/\/www.rucksackblog.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/3_Chennai-740x555.jpg 740w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Unser gem\u00fctliches Pl\u00e4tzchen am Flughafen in Chennai<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wenn wir nicht schliefen probierte Fr\u00e4nn Blog, als Ablenkung zu schreiben, doch egal was wir taten, es war eine Tortur und alles nur wegen einem Yoga Retreat was bis jetzt alles andere als entspannend war. \u00dcberp\u00fcnktlich standen wir zwei Stunden vor Abflug zum Einchecken am Schalter, um endlich unsere Koffer loszuwerden. Ein Wunder, das man uns durch die Sicherheitskontrolle durch gelassen hat, wie wir aussahen. Koffer auf die Waage und b\u00f6ses erwachen, 15 Kilogramm pro Person durften wir beim Inlandsflug nur mitnehmen. Die Frau empfiehl uns eventuell eine paar Sachen umzupacken. Also zur\u00fcck, Koffer \u00f6ffnen und so viel es geht in die kleinen Rucks\u00e4cke pressen und nochmal die Koffer scannen lassen. Wir hatten Gl\u00fcck, zwar hatten wir immer noch drei Kilogramm \u00dcbergep\u00e4ck aber die nette Frau am Schalter hatte erbarmen mit uns und druckte uns die Bordkarten aus. Wie Zombies schleppten wir uns die letzten Meter mit den \u00fcbervollen Rucks\u00e4cken in den Flieger, um an unser eigentliches Silvesterziel Goa endlich anzukommen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><em><strong>Hat dir unser Beitrag&nbsp;gefallen?<br>Teile oder kommentiere ihn!<\/strong><\/em><\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Sommer 2019 beschlossen wir Ende Dezember mit unserem Yoga Lehrer Gabriel nach Indien zu reisen. Eine Woche Yoga im warmen und zwei Wochen Urlaub war der Plan, um sich f\u00fcr das neue Jahr zu erden und das alte Jahr zu reflektieren.\u00a0Gesagt getan also ging es an die Planung. Leider gestaltete sich die Hotelbuchung im Vorhinein komplizierter als sonst bei den Reisen doch der Plan und die Zusage stand fest, Yoga Retreat Nr. 3. Nach Kroatien und dem Ostsee-Wochenende folgte nun Indien. Indien das Land \u00fcberhaupt, wenn man an Yoga denkt. Die Freude war gro\u00df da keiner von uns zuvor in Indien war. 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Sie erfuhr per Smartphone, dass ihr Vater in der Notaufnahme war. Nur wo? Keine Ahnung! Wir versuchten umgehend Ela Kenia zu erreichen doch leider ohne Erfolg. Das Handy war aus und niemand ging an das Festnetz zu Hause. Wir hatten keine Ahnung was wir tun konnten. Per Anruf kontaktierte Fr\u00e4nn die Nachbarin die r\u00fcber ging und nach dem rechten schaute doch ohne Erfolg, niemand war zu Hause. Wie ernst ist die Lage? Wir beschlossen zum Flughafen zu fahren und von unterwegs die Situation weiter einzusch\u00e4tzen. Fr\u00e4nn telefonierte die umliegenden Krankenh\u00e4user ab und fragte nach einem Herrn Gronwald und wurde beim zweiten Krankenhaus endlich f\u00fcndig. Endlich bekam sie Ela Kenia an den H\u00f6rer, die mit G\u00fcni im Krankenhaus in Spandau war und auf die Diagnose vom Arzt wartete. Es musste eine Entscheidung gef\u00e4llt werden. Fliegen oder am Boden bleiben? Die Situation h\u00e4tte nicht schlimmer kommen k\u00f6nnen, doch Ela Kenia \u00e4u\u00dferte die Bitte: \u201eBitte fliegt\u201c es wird alles gut. In Schockstarre standen wir nun am Flughafen am Schalter und wussten nicht was nun richtig oder falsch war. Hierbleiben oder fliegen. Wir h\u00f6rten auf die Worte von Ela Kenia, schleppten uns durch die Sicherheitskontrolle und beschlossen den Flug anzutreten. Wir hofften das G\u00fcni uns nur einen Schrecken eingejagt hatte, wenn nicht dann w\u00fcrde es mit dem n\u00e4chsten Flieger von Indien aus wieder zur\u00fcck nach Berlin gehen. Somit stiegen wir in den Flieger und konnten an nichts anderes denken. Bis nach Istanbul lie\u00dfen wir uns vom Service von Turkish Airlines ablenken doch danach ging der Fluch weiter. Durch die Umbuchung flogen wir mit IndiGo weiter. Vorbei Beinfreiheit, keine Filme an Board, keine kostenfreien alkoholischen Getr\u00e4nken \u2013 willkommen in der Holzklasse wo ein Bier 5 \u20ac kostet. Doch was soll uns heute noch schocken, wir hatten eh keine Kraft uns da dr\u00fcber Gedanken zu machen. Nach ca. sechs Stunden erreichten wir endlich Dehli. Die Luft war auff\u00e4llig diesig im Terminal. Wir suchten einen Internetzugang und warteten hoffnungsvoll auf eine Meldung von Ela Kenia. Geht es gleich wieder zur\u00fcck oder bleiben wir hier? Minuten wurden zu gef\u00fchlten Stunden bis sich das iPhone in das WLAN einloggte und wir die Info bekamen. Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck kam per WhatsApp, eine erste Entwarnung. Sie waren von der Notaufnahme zur\u00fcck und G\u00fcni war nun endlich zu Hause, er muss zu einem Spezialisten. Zwar konnten wir weiter fliegen aber mulmig war uns trotzdem zumute. Kurz durchatmen, einen klaren Gedanken fassen und weiter zur Einreise die es in sich hatte. Erste Schlage? Zweite Schlange? Dritte Schlage? Chaos in Dehli und \u00fcberall Menschen an zu wenig Schaltern. Pro Person dauerte die Prozedur mindestens f\u00fcnf Minuten. Foto, Fingerabdr\u00fccke, Stempel und immer wieder versagte die Technik. Nach ca. zwei Stunden Wartezeit endlich die Einreise und ab zum n\u00e4chsten Flieger Richtung Chennai. Im Flieger beschloss Fr\u00e4nn diese ersten Zeilen zu schreiben, um die Situation zu verarbeiten. Der Schlafmangel hatte ersichtliche Spuren hinterlassen. Wir schleppten uns in den n\u00e4chsten Flieger. Mittlerweile waren es fast 24 Stunden sp\u00e4ter als wir in Chennai ankamen, Fr\u00e4nn hatte durch den ganzen Trubel vergessen zu schlafen und fing an Warnvorstellungen zu bekommen \u2013 ein Plan musste her. Bis zum n\u00e4chsten Flieger Richtung Goa waren es nochmal zehn Stunden, die wir durchhalten mussten. Somit beschlossen wir uns ein ruhiges Eckchen am Flughafen zu suchen und uns mit Schlaf abzuwechseln. 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